Was machen Adressbroker?

Adressbroker, -händler oder auch Listbroker genannt, sind Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men, die sich auf Ansammlung und Vermarktung von persönlichen Daten spezialisiert haben und diese Adresslisten gegen Provision veräußern.

Dabei werden neben der eigentlichen Adresse weitere Daten gesammelt. Dies sind vor allem das Geburtsdatum, das Geschlecht und der Familienstand. Solche Daten sind vor allem für Werbefirmen besonders wertvoll. Je mehr Daten einem spezialisierten Werbeunternehmen zur Verfügung stehen, desto gezielter können Verbraucher beworben werden.

AdressbrokerDie Daten werden aus unter­schied­lich­en Quellen erhoben, wie etwa:

  • Gewinnspielaktionen
  • Telefon- und Branchenbüchern
  • Internet
  • Rabatt- und Kundenkarten
  • Tageszeitungen


Wird beispielsweise in einer Tageszeitung der feierliche 18.Geburtstag der Tochter oder des Sohnes beglückwünscht, ist ein darauf gezielter Kontakt von einem Versicherungsunternehmer keine Seltenheit. Aufgrund des volljährigen Alters kann für den Betroffenen, nach bestandener Führerscheinprüfung, die Anschaffung des ersten eigenen PKW bevorstehen. Dabei ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung gesetzliche Pflicht, so dass diese von einem speziellen Versicherungsunternehmen beworben werden kann. Solche Daten finden sich neben den erwähnten Zeitungsannoncen ebenso im Telefonbuch, auf Gewinnspielkarten, im Internet oder bei allgemeinen Versicherungen. Demgegenüber sind personenbezogene Daten, wie die sexuelle Orientierung oder bestehende Krankheiten, keine verwertbaren Informationen, da die Bekanntmachung nicht erlaubt ist. Das Bundesdatenschutzgesetz gestattet nur die Weitergabe zu Werbezwecken von Name, Adresse, Beruf, Titel und das Geburtsjahr ohne Einwilligung. Weitere Daten dürfen nur verbreiten werden, wenn die Person ausdrücklich zugestimmt hat. Es empfiehlt sich immer ein sensibler Umgang mit den persönlichen Daten. Außerordentliche Vorsicht ist auch im Internet geboten. Viele Nutzer geben zu unbekümmert ihre individuellen Daten preis, was Verbrechern den Missbrauch der Daten erleichtert.

Wofür werden Adresslisten benötigt?

  • Mailing/Briefwerbung
  • Telefon-Marketing (nicht erlaubt bei Privatkunden)
  • E-Mail-Marketing, z. B. Newsletter (bei Privatkunden: nur mit vorheriger Erlaubnis)
  • Fax-Werbung (bei Privatkunden: nur mit vorheriger Erlaubnis)


Häufig werden Adressbroker beauftragt, weil ein Mailing von einer Firma als Marketing-Aktion geplant ist und dazu passende Adresslisten benötigt werden, z. B. zur Neukundengewinnung. Der Vorteil von Briefwerbung im B2C-Bereich ist, dass postalische Sendungen im Vergleich zu E-Mail-Marketing oder Telefonmarketing nahezu gesetzlich uneingeschränkt erlaubt sind. Im Gegensatz zu Mailings sind Werbemaßnahmen über E-Mail oder Telefon nur erlaubt, wenn der Kunde vorab ausdrücklich eingewilligt hat. Es gibt aber auch eine freiwillige Einschränkung bei Mailings: die „Robinson-Liste“. Seriöse Adresshändler berücksichtigen diese Liste, die Kontaktdaten von privaten Haushalten und Personen enthält, die keine unaufgeforderte Werbung erhalten möchten. Die Eintragung auf einer „Robinson-Liste“ ist kostenfrei und kann vor unerwünschter Werbung per E-Mail, Telefon, Fax oder wie weiter oben erwähnt, Briefpost schützen.

Für erfolgreiche Marketing-Kampagnen via Mailing ist es besonders wichtig, dass die Adressen aktuell, der Zielgruppe entsprechend sind und den richtigen Ansprechpartner enthalten, um die Anzahl der Fehlsendungen zu minimieren. Wenn eine Nachfassaktion per Telefon geplant ist, benötigt man zusätzlich zu dem richtigen Ansprechpartner auch noch die Telefonnummer des Kontakts. Der Erfolg eines telefonischen Nachfassens vergrößert sich, wenn es von einem professionellen Outbound-Callcenter übernommen wird.

Im B2B-Bereich gibt es seitens des Datenschutzes keine Beschränkungen im Bereich Direktmarketing/-vertrieb. Es ist somit auch erlaubt im Business-Bereich Ansprechpartner direkt per Telefon zu kontaktieren ohne dessen vorherige direkte Erlaubnis. Was besonders Telefonmarketing u. a. zur Neukundengewinnung, Telefonverkauf, Terminvereinbarung, Kundeninformation oder Produktverkauf interessant macht.

Kosten von Adresslisten

Der Preis richtet sich nach unterschiedlichen Kriterien. Einige sind:

  • Aktualität der Daten
  • Umfang der Daten (z. B. Zusatzinformationen wie Unternehmensgröße oder Kaufverhalten)
  • Art und Häufigkeiten der Nutzung der Adresslisten
  • Quelle der Adressen (z. B. Branchenbuch)


Generell kann man Adressen kaufen oder mieten, wobei der Kauf nicht häufig angeboten wird und recht teuer ist. Üblicher ist das Mieten von Adresslisten, wenn benötigt, für mehrfache Nutzung z. B. für E-Mail-Newsletter. Die Kosten für Adressen sind aufgrund der Vielzahl von Faktoren recht unterschiedlich und belaufen sich durchschnittlich ungefähr auf 16 Cent pro Adresse im einmaligen Verleih.

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